Der Amazonas im warmen Licht der Spätnachmittagssonne, tropischer Regenwald am Ufer und ruhiges Wasser
Der Amazonas im Licht der Nachmittagssonne

„Zwischen Traum und Trauma“ ist eine Podcast-Staffel, die aus meiner persönlichen Nähe zu Südamerika entstanden ist. Der Kontinent ist für mich kein abstrakter Sehnsuchtsort und kein reines Recherchefeld, sondern Teil meines eigenen Lebens. Ich habe Verwandte in Brasilien und Freunde in vielen anderen Ländern. Südamerika ist Alltag, Familie, Erfahrung – und zugleich ein Raum voller spannender Geschichten, die sonst nirgends erzählt werden. Also: Kommt mit!

Die Episoden könnt Ihr einzeln oder als Staffel hören.

Die Episoden dieser Staffel

Ruta del Che

Auf den Spuren von Che Guevara in Bolivien

Wandgemälde von Che Guevara in Bolivien entlang der Ruta del Che
Die „Ruta del Che“ führt zu den letzten Stationen von Ernesto Che Guevara in Bolivien.

Die Meldung, die am 10. Oktober 1967 um die Welt ging war dürr: Bei Gefechten mit einer bolivianischen Militäreinheit sei Che Guevara erschossen worden. Und sie war falsch, denn tatsächlich war Kubas Revolutionsheld nicht im Kampf gefallen, beim Versuch die Revolution auch Bolivien zu exportieren, sondern in Gefangenschaft standrechtlich erschossen worden, in der Schule des Andendorfes La Higuera.

Die Wahrheit kam ist 30 Jahre später ans Licht, als mehr und mehr Beteiligte begangen reden, vor allem aber nachdem Che Guevaras sterbliche Überreste am Rande einer Landebahn im Provinzkaff Vallegrande exhumiert wurde – dort hatten die Militärs den Leichnam, verscharrt.

Die beiden Orte, Vallegrande und La Higuera, hat das auf die Weltkarte gebracht. Bis heute sind sie Ziele für Che-Touristen. Aber wie leben die Menschen dort mit diesem Erbe. Wie sehen sie Che Guevara heute?

Costa do Cacau

Von Kakaobaronen, Jorge Amado und dem Ende eines Booms

Traumstand Costa do Cacau

An der Costa do Cacau im brasilianischen Bundesstaat Bahia liegen einige der schönsten Strände des Landes – Palmen, Atlantik, tropische Hitze. Doch hinter der Idylle verbirgt sich eine Geschichte von Macht, Reichtum und Absturz. Anfang des 20. Jahrhunderts machten Kakaobaronen hier ein Vermögen und nannten sich „Oberste“. Jorge Amado setzte ihnen in seinen Romanen ein literarisches Denkmal. Dann zerstörten fallende Weltmarktpreise und der Pilz „Hexenbesen“ den Boom. Heute versuchen kleine Produzenten mit Bean-to-Bar-Schokolade einen Neuanfang – zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Hinter den Bergen

Montevideo, Gardel und der Ursprung des Tango

Tanzendes Paar beim Tango in Montevideo, Uruguay
Der Tango ist in Uruguay tief verwurzelt – zwischen Mythos, Musik und Identität.

„La Cumparsita“ ist der meistgespielte Tango der Welt. Komponiert in Montevideo. Gesungen von Carlos Gardel. Doch während Buenos Aires den Tango für sich beansprucht, erzählt man die Geschichte in Uruguay anders. War Gardel wirklich Argentinier? Oder stammt er aus der Kleinstadt Tacuarembó in Uruguay? Eine Reise über den Río de la Plata – zwischen Musik, Nationalstolz und einem Mythos, der bis heute nicht entschieden ist

Im Tal der Hundertjährigen

Warum die Menschen in einem Dorf in Ecaudor außergewöhnlich alt werden

Nebelverhangenes Tal von Vilcabamba in Ecuador, bekannt als Tal der Hundertjährigen
Blick in das grüne, von Nebel umhüllte Tal von Vilcabamba im Süden Ecuadors.

Den Ort mit der höchsten Lebenserwartung der Welt würde man in Europa vermuten, in Japan oder in den USA. Tatsächlich liegt er im Süden Ecuadors, im Valle de la Eterna Juventud, im Tal der ewigen Jugend. Oder wie es plakativer heißt: im Tal der Hundertjährigen. Vilcabamba heißt dieser Ort, er hat knapp 7.000 Einwohner, liegt auf 1.600 Höhenmetern in einem Meer aus Grün. Statistisch gesehen gibt es dort zehnmal mehr centenarios und longevos, also Hundertjährige und Langelebige als im weltweiten Schnitt. Sagen die Leute in Vilcabama. Aber stimmt das?

Hundert Jahre vergessen

Die Kolonialstadt Mompox in Kolumbien

Koloniale Kirche mit Rundbogen im historischen Zentrum von Mompox in Kolumbien
Mompox gehört zum UNESCO-Welterbe und gilt als eine der schönsten Kolonialstädte der Welt

Mompox war einst ein bedeutender Handelsposten am Río Magdalena. Über den Fluss wurde Gold aus den Anden transportiert, Waren aus Europa gelangten ins Landesinnere. Als sich der Lauf des Stroms im 19. Jahrhundert veränderte, verlor die Stadt ihre strategische Bedeutung – und geriet in Vergessen.

Der kolumbianische Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez ließ sich von ihrer Atmosphäre inspirieren und machte sie literarisch unvergesslich. Heute ist Mompox UNESCO-Welterbe. Unds für viele die schönste und ursprünglichste Kolonialstadt Lateinamerikas.


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